In dem Bestreben, die Beziehung zwischen den Universitäten und ihren städtischen Gemeinschaften zu stärken, werden die Universitäten Graz und Krems eine Reihe von Kursen anbieten, die sich mit dem Konzept und der Bedeutung von Living Labs befassen. Diese Kurse, die im Rahmen des Europäischen Netzwerks für Living Labs (ENoLL) gefördert werden , behandeln die „Living-Lab-Methodik in Schulen und Universitäten” und richten sich sowohl an Studierende als auch an Fachleute, die sich für Nachhaltigkeit und kollaborative Innovation interessieren.
Living Labs haben sich als transdisziplinäre Forschungsinfrastrukturen etabliert, die die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen durch gemeinsame Gestaltung und Experimentieren in realen Umgebungen beschleunigen. Die angebotenen Kurse zielen darauf ab, Universitäten als wichtige Akteure bei der Förderung der städtischen Nachhaltigkeit zu schulen und dabei die Bedeutung der Synergien zwischen Universitätscampus und den Städten, in denen sie sich befinden, hervorzuheben.
Auf der jüngsten Global Conference of Transdisciplinarity (GTdC) wurde betont, dass Universitäten als Innovatoren und Inkubatoren für nachhaltige Lösungen fungieren können, sei es durch wissenschaftlich fundierte Agenden für urbane Nachhaltigkeit oder durch die Ausweitung von Initiativen, die auf ihren Campus entstanden sind, auf die Städte.
Die Kurse behandeln eine Reihe wichtiger Leitlinien für die Integration des Konzepts der Living Labs in den Hochschulbereich, darunter:
– Von der Vision zur Umsetzung: Festlegung von Methoden, Rollen und Verantwortlichkeiten, damit die Universitäten eine aktive Rolle bei der städtischen Transformation übernehmen können.
– Emotionale Bindung zum städtischen Raum: Es werden Aktivitäten wie Spaziergänge durch den „Lebensraum” (gemeinsames Lebensumfeld) gefördert, um eine Verbundenheit und Bedeutung für den Ort zu schaffen, wobei Emotionen und gemeinsames Wissen einbezogen werden.
– Aktive Beteiligung der Nutzer: Die Bedeutung der kontinuierlichen Einbindung der Nutzer in Experimente und Bewertungen wird hervorgehoben, um Vertrauen in die kollaborativen Prozesse zu schaffen.
– Co-Creation im realen Leben: Durch die Nutzung realer Umgebungen für die Wissensintegration können die Teilnehmer die Vorteile sozialer Innovation und Nachhaltigkeit erleben.
– Alphabetisierung und gegenseitiges Lernen: Das Lernen unter den Teilnehmern wird gefördert, sowohl aus Erfolgen als auch aus Misserfolgen, wodurch die Fähigkeit der Universitäten gestärkt wird, als Katalysatoren für Veränderungen zu fungieren.
Darüber hinaus wird betont, wie wichtig es ist, bei den verschiedenen beteiligten Akteuren ein Gefühl der Eigenverantwortung für die Living Labs zu schaffen und die finanzielle Nachhaltigkeit durch Diversifizierung der Ressourcen und die Suche nach langfristigen Finanzierungsmöglichkeiten sicherzustellen.
Das Netzwerk ENoLL wird mit seiner umfangreichen Erfahrung im Bereich städtischer und transitionaler Living Labs die teilnehmenden Universitäten durch seine Arbeitsgruppen unterstützen und wertvolle Instrumente für die Entwicklung neuer Kooperationen zwischen Städten und Universitäten bereitstellen. Initiativen wie die von UniNEtZ organisierten Stadtrundgänge (UniNEtZ bewegt) sollen dazu beitragen, neue Themen und Konsortien für zukünftige Living Labs zu definieren.
Dieses Projekt spiegelt das Engagement und die gute Arbeit des Erasmus+-Projekts „Urban Imprint“ wider, an dem die Universität Granada die Ehre hat, teilzunehmen.